Buchtipp: Alexander Reeh – Immer nach den Sternen greifen

20. Januar 2010 von Marco Glas

Alexander Reeh_Immer nach den Sternen greifenVor einigen Monaten besuchten wir für die Tierzeitschrift “Ein Herz für Tiere” den 21-jährigen Alexander Reeh in Maisach bei München. Alexander ist ein großer Tierliebhaber. Er besitzt einen Mops, der seit fünf Jahren sein ständiger Begleiter ist, und acht Meerschweinchen. Als wir Alexander kennenlernten, suchte er gerade nach einem Verleger für seine spannende Lebensgeschichte. Wir waren von Alexanders Biografie, seinem heiteren Wesen und seiner lockeren Art so begeistert, dass wir ihn auf dem Weg zur Veröffentlichung seines Buches begleitet haben. Jetzt ist sein Buch “Immer nach den Sternen greifen” im Engelsdorfer Verlag erschienen.

Ärzte zweifelten daran, dass Alexander jemals Lesen und Schreiben lernen würde

Alexander hat bei seiner Geburt einen irreversiblen Gehirnschaden erlitten. Schon früh erklärten Experten, dass er vermutlich nie Lesen und Schreiben lernen und auch kein “normales Leben” führen werde. Damit schien sein Weg zunächst einmal vorgegeben: Da der Regelkindergarten eine Aufnahme ablehnte, kam Alexander zuerst in eine schulvorbereitende Einrichtung.

Alexander Reeh mit Meerschweinchen und MopsSchulleitung verwehrt Alexander das Vorrücken in die Hauptschule

Nach der vierten Klasse verwehrte ihm die Schulleitung mit dem Argument, man könne dort seinem Förderbedarf nicht gerecht werden, das Vorrücken in die Hauptschule. Alexanders Eltern, die sich aktiv für Integration von gehinderten Kindern einsetzen, verweigerten daraufhin den Schulunterricht in einer Förderschule für Lernbehinderte. Stattdessen unterrichteten sie ihren Sohn gemeinsam mit seiner Großmutter, die Lehrerin war, selbst. Auch Petitionen an den Bayerischen Landtag und zwei Klagen beim Bayerischen Verwaltungsgericht hatten keinen Erfolg – Alexander blieb der Besuch in der Regelschule verwehrt.

Alexander lernt, reist und entdeckt seine zahlreichen Talente

Zusätzlich zum Unterricht durch seine Eltern und Großmutter bekam Alexander Hippotherapie, Krankengymnastik und Ergotherapie. Er reiste viel mit seinen Eltern, ging seinen vielfältigen Interessen wie Kochen, Malen und Reiten nach und machte in seiner Entwicklung große Fortschritte. Ein psychiatrisches Gutachten aus dem Jahr 2006 bescheinigte ihm schließlich, dass er nicht an einer geistigen Minderbegabung leidet, sondern eher an einer Lernbehinderung und Lernverzögerung.

“Immer nach den Sternen greifen” ist ein Plädoyer für ein erfülltes und selbstbestimmtes Leben

Aus Alexander ist inzwischen ein junger Mann und Künstler geworden, der bereits die halbe Welt bereist hat, Aquarelle malt und schreibt. Seine Lebensgeschichte “Immer nach den Sternen greifen”, in der Alexander unter anderem über seine Kindheit, seine interessanten Hobbys und seine persönliche Begegnung mit Papst Benedikt XVI berichtet, ist ein Plädoyer dafür, dass Glück und die Aussicht auf ein erfülltes Leben nicht nur davon abhängen, was uns in die Wiege gelegt wurde. Vielmehr müssen wir selbst entscheiden, was wir daraus machen – so wie Alexander.

“Freunde sind wie Sterne, du kannst sie nicht immer sehen, aber sie sind da …”, ist auf der dritten Seite zu lesen. Dank seines wunderbaren Buches können Alexander jetzt noch mehr Menschen sehen. Menschen in ähnlichen Situationen, denen Alexanders Geschichte Mut machen wird, an ihren Träumen festzuhalten und nach den Sternen zu greifen.

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One Response

  1. Jule

    Beeindruckende Geschichte! Ich wünsche Alexander, dass sein Buch viele Menschen lesen und wie er immer nach den Sternen greifen.


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