Fotografieren mit Blitz: Integrierte vs. externe Blitzgeräte

30. Januar 2011 von Marco Glas

Viele Fotografen versuchen das Fotografieren mit Blitz wann immer es geht zu vermeiden. So berichtet der Londoner Profifotograf Bob Martin in “Der Große National Geografic Fotoratgeber” zum Beispiel, er arbeite viel lieber mit dem verfügbaren Licht als mit dem Blitz. Gleichzeitig weist Bob Martin aber auch darauf hin, dass es Gelegenheiten gäbe, bei denen die Verwendung von Blitzlicht nützlich sei. Meistens sind das Situationen, in denen nicht ausreichend natürliches Licht vorhanden ist, um das gewünschte Motiv umzusetzen. Doch auch tagsüber gibt es viele Umstände, bei denen der Einsatz eines Aufhellblitzes vorteilhaft oder sogar unvermeidbar ist. Fast alle Fotokameras verfügen heute über ein integriertes Blitzlicht. Trotzdem arbeiten professionelle Fotografen und auch ambitionierte Hobbyfotografen fast ausschließlich mit externen Blitzgeräten. Warum das so ist, wollen wir hier kurz erläutern.

Integrierte vs. externe Systemblitzgeräte

Fast alle Fotoapparate – von den einfachen Kompaktkameras bis zu den teuren Spiegelreflexkameras – verfügen heute über einen eingebauten Blitz. Ein wesentlicher Vorteil integrierter Blitzgeräte ist, dass sie immer mit dabei und gut auf die jeweilige Kamera abgestimmt sind. Ihre feste Blitzposition macht das Licht jedoch sehr flach. Die kurze Distanz des Blitzes zum Objektiv erhöht die Gefahr des sogenannten Rote-Augen-Effektes, den rotleuchtenden Augen auf den Bildern. Zudem verfügen die eingebauten Blitzgeräte im Vergleich zu externen Blitzgeräten in der Regel über eine wesentlich geringere Leitzahl. Aus unserer Sicht lohnt sich die Anschaffung eines externen Blitzgerätes, da es gegenüber dem integrierten Blitz viele Vorteile bietet.

Vorteile externer Blitzgeräte

1. Verringerung des Rote-Augen-Effektes

Durch die Reflexion des Blitzes in der Retina und die durchscheinenden Blutgefäße des Augapfels entstehen in Fotos häufig rote Augen – das heißt, die Pupille erscheint auf den Fotos nicht schwarz, sondern leuchtend rot. Der im Zubehörschuh montierte externe Blitz vergrößert den Abstand zwischen Blitz und Objektiv, wodurch sich die Gefahr des Rote-Augen-Effektes verringert.

2. Mehr Blitzleistung

Externe Kompaktblitze verfügen über eine Leitzahl von bis zu 46 und teilweise sogar mehr. Die Leitzahl gibt die maximale Lichtabgabe eines Blitzgerätes bei einer Lichtempfindlichkeit von ISO 100 an. Mehr Blitzleistung ermöglicht nicht nur einen größeren Blitzbereich, sondern auch die Wahl einer kleineren Blende für mehr Schärfetiefe.

3. Indirektes Blitzen

Die dreh- und schwenkbaren Blitzreflektoren der externen Blitzgeräte erlauben es, in Räumen über Decken und Wände zu blitzen. Das Ergebnis ist ein im Vergleich zum harten direkten Blitzlicht wesentlich weicheres Streulicht.

4. Bessere Streuung

Viele externe Blitzgeräte verfügen über eine Weitwinkel-Streuscheibe. Diese zusätzliche Streuscheibe passt die Ausleuchtung an Weitwinelobjektive an. Außerdem sind für die meisten externen Kompaktblitzgeräte Plastik-Diffusoren erhältlich, die sich ganz einfach auf den Blitzkopf stecken lassen. Ein Diffusor streut das Licht besser, vergrößert den Abstrahlwinkel ein wenig und verringert gleichzeitig den Lichtabfall zu den Rändern hin.

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