Kompaktkamera oder hochwertige Spiegelreflex?

29. Oktober 2009 von Marco Glas

Kompakt und SpiegelreflexSie überlegen sich gerade, eine digitale Fotokamera anzuschaffen, sind aber noch unentschlossen, ob Sie sich für eine Kompaktkamera oder eine Spiegelreflex- kamera entscheiden sollen? Wir haben zwei Foto-Experten getroffen und für Sie einige Tipps zusammengestellt,  die Ihnen beim Kauf einer Kamera nützlich sein könnten.

Der Zweck bestimmt die Mittel

Welche Kamera die richtige für Sie ist, hängt davon ab, was Sie damit vorhaben. „Die besten Bilder macht immer die Kamera, die man dabei hat“, weiß Marcus Benker von Foto-Video Sauter. Hier sind die kleinen, leichten Kompaktkameras gegenüber den wesentlich größeren und schwereren Spiegelreflexkameras vor allem auf Reisen ganz klar im Vorteil. Sie lassen sich bequem in der Jacken- oder Hosentasche verstauen. Zudem sind fast alle mit einer Videofunktion ausgestattet, sodass sich die Urlaubshighlights nicht nur fotografiert, sondern auch gefilmt werden können.

Erst testen, dann kaufen

„Wichtig ist bei der Auswahl des Modells, dass die Kamera wenig Bildrauschen aufweist und möglichst lichtstark ist. Hier gibt es einige Modelle, die sich ganz klar von der breiten Masse abheben, fährt Benker fort. Da Testberichte oftmals zu unterschiedlichen Ergebnissen kommen, ist vor dem Kauf eine Beratung im Fotofachgeschäft ratsam. Dort sollten Sie unbedingt verschiedene Kameras ausprobieren, um ein Gefühl dafür zu bekommen, wie sie in der Hand liegt und ob Sie mit der Bedienung zurechtkommen. Bei den wesentlich teureren Spiegelreflexkameras bieten einige Fachgeschäfte gegen eine Leihgebühr auch an, die Kamera einen Tag lang zu testen.

Knipser oder ambitionierter Hobbyfotograf?

Wer großen Wert auf anspruchsvolle Bilder legt oder auf einer Safari wilde Tiere fotografieren möchte, dürfte mit den wesentlich hochwertigeren Spiegelreflexkamera besser beraten sein. „Die Vorteile gegenüber einer Kompaktkamera sind die bessere Bildqualität, austauschbare Objektive, ihre Schnelligkeit sowie die Möglichkeit, ein externes Blitzgerät anzubringen“, erklärt Alexander Loos, der bei Foto-Video Sauter die Abteilung für Spiegelreflexkameras leitet. Die höhere Aufnahmegeschwindigkeit macht sich vor allem bezahlt, wenn es darum geht, Tiere oder Objekte zu fotografieren, die sich schnell bewegen. Externe Blitzgeräte erzielen eine Reichweite von acht bis 15 Metern Entfernung. Der integrierte Blitz kommt in der Regel über drei Meter nicht hinaus.

Qualität hat seinen Preis

Zwischen 500 und 800 Euro müssen für eine Spiegelreflexkamera allerdings mindestens investiert werden, um damit gute Ergebnisse zu erzielen, verrät Loos. Ein Allroundobjektiv, das einen großen Brennweitenbereich abdeckt und somit sowohl für Nahaufnahmen als auch für weite Entfernungen geeignet ist, wäre bei dem Preis inbegriffen. Da es auf Reisen unabhängig von der Kamera jedoch immer sinnvoll ist, einen zweiten Akku und mehrere Speicherkarten dabei zu haben, falls etwas kaputt geht oder die Kapazität nicht reicht,  kommen bei der Erstanschaffung immer noch einige Euro extra dazu. Auch eine Tasche zum Schutz gegen Sand, Schmutz oder Feuchtigkeit sollte zur Grundausstattung gehören.

Wie bei so vielen Dingen bestimmt auch bei den Digitalkameras der Preis die Qualität. Deshalb sollten Sie sich vorab genau überleben, wofür Sie die Kamera einsetzen wollen und welchen Anspruch Sie an die Bilder haben. Fällt Ihnen die Entscheidung trotz dieser Überlegungen immer noch schwer, hilft vielleicht ein Blick auf Ihre Reisegewohnheiten. Denn gerade im Urlaub, wo jeder Augenblick zählt, ist die griffbereite Kompakte oft mehr Wert als die teure Spiegelreflexkamera auf dem Hotelzimmer.

Die Vorteile von Kompakt- und Spiegelreflexkameras

Kompaktkameras sind

  • günstiger als Spiegelreflexkameras,
  • klein, leicht und lassen sich dadurch besser mitnehmen,
  • in der Regel mit einer Videofunktion ausgestattet.

Spiegelreflexkameras

  • haben meist eine bessere Bildqualität,
  • ermöglichen das Arbeiten mit verschiedenen Objektive für Porträt-, Weitwinkel oder Makroaufnahmen,
  • bieten zusätzliche Einstellmöglichkeiten wie zum Beispiel die manuelle Eingabe von Belichtungszeit und Blende,
  • lassen sich in Verbindung mit externer Blitzgeräten nutzen.

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One Response

  1. Astrid

    Es ist alles richtig, was in dem Artikel steht.
    Man muss wissen, was man will.
    Ich habe Jahrzehnte lang die Spiegelreflex mit mehreren Objektiven mitgeschleppt, gebe ehrlich zu, dass ich ein wenig bequemer geworden bin und jetzt nur noch die Digitalkamera auf Reisen mitnehme. Die Qualität reicht mir vollkommen, bin natürlich etwas traurig, dass die teure Spiegelreflexkamera samt Objektiven nur noch im Schrank liegt… ;-) )



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