Mensch verdrängt und vernichtet immer mehr Tierarten

20. November 2017 von Marco Glas

Der Klimawandel ist in aller Munde. Dass ihn der Mensch beeinflusst, steht außer Frage. Eine Rolle spielt dabei auch der mit der Massentierhaltung einhergehende Energieaufwand und Methanausstoß, den die Verdauung von Kühen mit sich bringt. Das ist nur ein Beispiel, wie Menschen und Tiere das Klima beeinflussen. Umgekehrt hat das Klima aber auch einen großen Einfluss auf die Mensch-Tier-Beziehung. Über diesen wechselseitign Einfluss sprach Dr. Carola Otterstedt, Leiterin der Stiftung Bündnis Mensch & Tier, mit Prof. Dr. Mojib Latif, dem Leiter des Forschungsbereiches Ozeanzirkulation und Klimadynamik im GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel.

Klimawandel führt zu Artensterben

In dem Gespräch wies Prof. Mojib Latif darauf hin, dass durch die Ausbreitung der Menschen immer mehr Tiere verdrängt würden. Der Klimawandel bewirke eine Verringerung der Artenvielfalt. Durch einen ungebremsten Klimawandel sei im Extremfall ein Massenaussterben möglich. Besonders relevant sei dabei die Erwärmung des Meeres und seine Übersäuerung durch CO2: “Die Meere sind heute schon so weit in Mitleidenschaft gezogen, daß Schalentiere, die am Anfang der Nahrungskette stehen, ebenso gefährdet sind, wie auch die Vielfalt der Korallenriffe”, so Prof. Dr. Mojib Latif. Ein weiterer Aspekt sei die Migration von Fischen infolge der Meereserwärmung.

Mensch verdrängt immer mehr Arten

Prof. Mojib Latif wies auch darauf hin, dass wir zu wenig darüber wissen würden, wie unser massiver Eingriff in die Natur dem Menschen am Ende selber schade. “Durch den Einsatz von Pestiziden und die industrielle Landwirtschaft insgesamt verdrängen wir immer mehr Arten. Menschen und natürliche Systeme können aber nur existieren, wenn die Artenvielfalt gewährleistet bleibt.”

Nachhaltiges Denken für die Zukunft

Gleichzeitig appelierte der Wissenschaftler daran, das Wissen, das wir bereits hätten, besser zu nutzen. “Der beste Weg wäre, die Energieproduktion durch die fossilen Brennstoffe auszutauschen gegen die Gewinnung von Energie durch Sonne, Wasser, Wind oder Erdwärme.” Ein Problem in diesem Zusammenhang sei jedoch, dass kurzfristige Interessen die langfristigen Interessen der Natur und letztlich der Menschen dominieren würden. Es gelte jedoch nachhaltig zu handeln. Nur so könnten wir unsere Zukunft sichern.

Stiftung Bündnis Mensch & Tier

Die Stiftung Bündnis Mensch & Tier engagiert sich für ein respektvolles Miteinander aller Lebewesen und einen achtsamen Umgang mit dem gemeinsamen Lebensraum. Ein besonderer Akzent der Stiftungsarbeit liegt im präventiven Tierschutz, der Überlegungen zum verantwortungsvollen Umgang des Menschen mit einem Tier bereits vor der ersten Begegnung mit ihm und im Falle von Heim- und/oder Nutztieren vor dem Kauf oder der Aufnahme einer Partnerschaft einbringt.

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