paperdogs-Redaktionshündin Lila besucht ein Wochenendseminar der HundeTeamSchule
Im März war Mischlingshündin “Lila” zum ersten Mal beim Hundetraining. Nach fünf Einzelstunden hatte sie gelernt, die Individualdistanz anderer Hunde zu respektieren, an der lockeren Leine zu laufen und wildfremde Menschen nicht einfach anzuspringen. Nach mehreren Jahren ohne Hund wurde uns schnell bewusst, dass auch wir wieder jede Menge zu lernen hatten. Vieles drehte sich immer wieder um das Thema “Verständigung”. Was will uns Lila sagen? Wie drücken wir uns so aus, dass Lila uns versteht? Vor einigen Wochen riet uns eine gute Freundin und langjährige Hundebesitzerin, mit ihr das Seminar “In der Muttersprache des Hundes” der HundeTeamSchule zu besuchen.
Hundeakademie Allgäu
Wir nahmen Kontakt zu Sabine Baronin von Holtey auf, die uns am 3./4. Juli 2010 in die Hundeakademie Allgäu einlud. Die Inhaberin der Hundeakademie bietet in Memmingen regelmäßig Seminare und Vorträge mit namhafte Dozenten an. Hundehalter haben so die Möglichkeit, ihr theoretisches Wissen zu erweitern und praktische Erfahrungen zu sammeln. So hatten wir an diesem ersten Juli-Wochenende Gelegenheit, das Team der HundeTeamSchule kennenzulernen.
HundeTeamSchule
Die Erwartungen waren hoch. Unsere Freundin, die bereits auf drei Seminaren der HundeTeamSchule war, hatte in den höchsten Tönen von den Hundetrainern aus Usingen im hessischen Hochtaunuskreis gesprochen. Besonders begeisterte sie das ganzheitliche Konzept und die Idee vom vollkommenen Hundeleben (für Hund und Halter) der HundeTeamSchule. Gemeinsam mit 22 weiteren Teilnehmern ließen wir uns “In die Muttersprache des Hundes” – eine Art Sprachkurs für Hundehalter – einführen. Die zentrale Frage lautete: Was braucht der Mensch, um in der Muttersprache des Hundes kommunizieren zu können?
In der Muttersprache des Hundes
Die Antwort in der Muttersprache des Hundes auf diese Frage lautete: Der Mensch braucht Ausstrahlung. Oder anders ausgedrückt: “Wenn der Mensch authentisch ist, zeigt er automatisch eine Körpersprache, die der Hund versteht”, erklärte Michael Stephan. Der Inhaber der HundeTeamSchule könnte auch Tausend tolle Techniken aufzeigen, die sicher auch “richtig und gut sind, aber nicht das alleinig seelig machende”. Viel wichtiger sei es deshalb, sich selbst, seinen Hund und die Natur zu erkennen.
Erkenne dich selbst, erkenne deinen Hund, erkenne die Natur
Sich selbst zu erkennen bedeutet, im Hier und Jetzt zu leben – und nicht in der Vergangenheit oder Zukunft. Im Hier und Jetzt zu leben bedeutet wiederum, sich selbst als Mensch anzuerkennen und wertzuschätzen. Gelingt das, wird der Hund das nach der Idee der HundeTeamSchule eins zu eins widerspiegeln. Den Hund erkennen bedeutet zu verstehen, wo er heute steht und wer er wirklich ist. Das Ganze gelingt jedoch nur zu den Bedingungen, die die Natur vorgibt. Ein Hund ist ein Hund ist ein Hund – und kein Mensch. Ziel sollte es deshalb nicht sein, seinen Charakter zu verändern, sondern mit ihm zu kommunizieren.
Spiritualität und die Idee vom vollkommenen Leben
Für den Einen oder Anderen mag sich das abgehoben oder spirituell anhören. Nach dem zweitägigen Seminar, das neben der Theorie als Basis auch viele praktische Übungen beinhaltete, können wir jedoch sagen: Mit Spiritualität hat die Idee vom vollkommenen Leben für das Mensch-Hund-Team nur bedingt zu tun – und zwar insofern, als dass auch die spirituelle Ebene neben der körperlichen, mentalen und emotionalen Ebene als ein Aspekt des Lebens gesehen werden kann.
Kommunikation, Verständnis, Natur
Eine Kommunikation, die nur aus Sicht- und Hörzeichen besteht, ist deshalb eine Illusion. Diese Illusion hat uns die HundeTeamSchule in den zwei Tagen endgültig genommen. Dafür hat uns die HundeTeamSchule etwas vermittelt, das unser Leben mit Lila zwar noch nicht vollkommen, dafür aber unendlich reicher machen dürfte: Die Hürde zu einem erfüllten Miteinander besteht nicht im Erlernen der Sprache, sondern in der Gewinnung eines tieferen Verständnisses für uns, andere Lebewesen und die Natur.
Posted in Lila
Andrea
Juli 7th, 2010 at 10:41
… ich muss sagen, ein wunderschöner Beitrag! Treffender hättest Du lieber Marco das Wochenende und den “HTS-Spirit”, wie ich es immer nenne, nicht wiedergeben können.
Ich war diejenige, die “überredet” hat und es war wie immer für Alle ein Zugewinn auf dem Weg in ein faires, erfülltes Miteinander mit Hund – Danke dafür, dass Du`s so schön auf den Punkt gebracht hast Marco. Es gibt eben Journalisten und Journalisten
Petra
Juli 15th, 2010 at 09:53
Hallo,
wir waren als Seminarteilnehmer mit dabei und ich bin begeistert von dem wirklich treffenden Bericht. Da freut man sich auf mehr.
Schwäbische Grüße