Tiermediation: Hintergründe, Vorteile, Erfolgsaussichten

9. Januar 2015 von Marco Glas

Streitigkeiten um Haustiere müssen nicht immer vor Gericht landen – was häufig für alle Streitbeteiligten mit viel Ärger und hohen Kosten verbunden ist. Wir haben im Interview mit Tiermediatorin Birgit Cäsar-Preller unter anderem erfahren, wie so ein Mediationsverfahren abläuft, welche Vorteile die Beteiligten davon haben und wie gut die Erfolgschancen sind. Hier ein Auszug aus dem in Ausgabe 4/2014 des hundeschau Magazins erschienenen Interviews. 

Was bedeutet Tiermediation?

Mediation bedeutet: Vermittlung im Konflikt. Und da Konflikte ein zentrales Thema im Zusammenleben – auch von Tier und Mensch – sind, ist die Mediation ein wichtiges und erlernbares Werkzeug für den Beruf und das Privatleben.

Wie läuft so ein Mediationsverfahren in der Regel ab?

Meistens ist es so, dass zunächst eine der beiden Streitparteien Kontakt zu mir aufnimmt. Ich lasse mir kurz das Problem schildern und versuche dann ein gemeinsames Treffen aller Parteien zu organisieren. Das kann bei mir im Büro, auf dem Hundeplatz oder im Reitstall sein. Jedenfalls bekommen beide Parteien gleichberechtigt die Gelegenheit, das Problem aus ihrer Sicht und ihrem Erleben zu schildern. Ich selbst bin dabei allparteilich, das heißt, ich bin sowohl die „Anwältin“ für die eine als auch für die andere Partei. Nachdem sich alle aussprechen konnten, erarbeiten wir gemeinsam eine Lösung, mit der dann im Idealfall alle zufrieden sind. Meine Rolle dabei ist, das Gespräch zu moderieren und zu lenken. Im Nachgang kann dann, je nach Situation, ein schriftlicher Vertrag abgefasst werden, der die Ergebnisse noch einmal fixiert.

Wie hoch ist die Erfolgsquote als Tiermediatorin?

Die Erfolgsquote bei Mediationen ist gut. Wenn es gelingt, dass ein gemeinsames Gespräch mit streitenden Parteien zustande kommt, liegt die Erfolgsquote bei ca. 90 Prozent. Allerdings gibt es auch Parteien, die sich im Nachhinein nicht an die getroffenen Vereinbarungen halten. Dies zu überprüfen ist auch Aufgabe des Mediators. Also kann man insgesamt von einer langfristigen Erfolgsquote von ca. 70 Prozent sprechen.

 

 

 

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