Wie wirkt sich das menschliche Verhalten auf das Wohlbefinden des Hundes aus?
Die meisten Hundebesitzer wissen, was sie von ihrem Vierbeiner erwarten und wie er sie glücklich macht. Auf Kommando folgen, dem Herren stets treu zur Seite stehen und nicht zu viele Dummheiten machen. Doch wie sieht es eigentlich umgekehrt aus? Haben Sie sich schon mal gefragt, was sich Ihr Hund von Ihnen wünscht? Freien Zugang zu allen Fleisch- und Wurstvorräten, könnte man meinen. Aktuelle Studien sagen jedoch etwas anderes. Denn um einen Hund rundum glücklich zu machen, braucht es weitaus mehr.
Die Beziehung zwischen Mensch und Hund wird fast ausschließlich vom Halter geprägt
„Wie sich das menschliche Verhalten auf das Wohlbefinden und das Verhalten von Hunden auswirkt, wurde lange Zeit nicht erforscht“, erklärt Dr. Silke Wechsung, Leiterin des Forschungsprojekts Mensch und Hund an der Universität Bonn. Um daran etwas zu ändern, untersuchte die Diplompsychologin die Beziehungsqualität von Mensch und Hund an 2789 Hundehaltern. Im Vordergrund stand dabei die Bedürfnisbefriedigung der Hunde. Die im Jahr 2008 abgeschlossenen Studie brachte ein besorgniserregendes Ergebnis hervor: Knapp ein Viertel der in Deutschland gehaltenen Hunde werden nicht artgerecht und entsprechend Ihrer Bedürfnisse gehalten. Außerdem ergab die Studie, dass die Beziehung zwischen Zwei- und Vierbeinern fast ausschließlich von den Hundehaltern geprägt wird.
Vor allem unsere Einstellungen, Verhaltensweisen und Lebensumstände bestimmen die Beziehung zum Hund
Auf diesen Ergebnissen aufbauend startet Silke Wechsung am 1. Januar 2010 eine zweite Studie. “Ziel unseres Mensch-Hund-Checks ist es, den Hundehaltern erstmalig eine individuelle, wissenschaftlich fundierte Diagnose der Qualität ihrer Mensch-Hund-Beziehung zu ermöglichen.” Die Untersuchungen sollen anwendungsorientiert und für jedermann leicht verständlich sein. Vor allem ginge es aber darum, den Hundehaltern noch deutlicher zu machen, dass Hundehalter in der Beziehung zu ihrem Hund die entscheidende Rolle spielen. “Es sind ihre Einstellungen, Verhaltensweisen und Lebensumstände, die entscheiden, ob eine gute oder weniger gute Beziehung entsteht”, sagt Wechsung.
Das Verhältnis zu unserem Hund zu verbessern erfordert vor allem Reflexion
So wie sich menschliche Beziehungen verbessern lassen, können wir auch jederzeit am Verhältnis zu unserem Hund arbeiten. “Dies erfordert allerdings eine gezielte Reflexion auf Seiten des Hundehalters”, fügt Wechsung hinzu. Denn um etwas zu ändern, müssen wir erst einmal wissen, was wir falsch machen. Um ein wenig über uns und unsere Viereiner nachzudenken, bietet sich die besinnliche Weihnachtszeit geradezu an. Teilen Sie uns mit, wie Sie die Beziehung zu Ihrem Hund einschätzen würden und was Ihr Vierbeiner Ihrer Meinung nach von Ihnen erwartet …
Wenn Sie Ihre eigene Mensch-Hund-Beziehung mal etwas genauer unter die Lupe nehmen möchten, können Sie sich auch gerne zum Mensch-Hund-Check von Dr. Silke Wechsung anmelden.
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- Was leistet der Hund in der Gesellschaft?
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Posted in Tiere
Mike
Dezember 2nd, 2009 at 10:12
Ich hab mir mal kurz angesehen, was die beim Mensch-Hund-Check so machen und was die noch so herausgefunden haben. Da steht auch, dass Rasse, Alter, Größe der Wohnung, Einkommen keinen wesentlichen Einfluss auf die Zufriedenheit von Mensch und Hund haben, sondern diese wie im Beitrag beschrieben fast ausschließlich vom Hundehalter bestimmt wird. Das finde ich ziemlich spannend. Auf deren Seite gibt es auch zwei Videos von Dr. Silke Wechsung, die ganz gut erklären, was es damit auf sich hat.
Jule
Dezember 2nd, 2009 at 21:06
Was die Psychologin sagt, hört sich für mich logisch an. Auch Hundetrainer und Verhaltenstherapeuten betonen immer wieder, wie stark unser Verhalten unsere Hunde prägt. Und wenn man sich mal die einschlägige Hundeliteratur ansieht, merkt man teilweise schon an den Titeln, dass es nicht die Hunde sind, die vieles falsch machen, sondern in erster Linie die Besitzer. Ich denke da zum Beispiel an “Das andere Ende der Leine” von Patricia B. McConnel, ein Buch, das ich jedem Hundebesitzer ans Herz legen kann.
Martina
Dezember 2nd, 2009 at 21:14
Ich finde das Ergebnis der Studie ziemlich erschreckend, dass ein Viertel der in Deutschland gehaltenen Hunde nicht artgerecht gehalten wird. Viele Hundebesitzer beschäftigen sich meiner Erfahrung nach viel zu wenig mit Hunden, bevor sie sich einen Hund anschaffen.
Isi
Dezember 2nd, 2009 at 21:22
Ich sehe das genauso. Die meisten Hunde spiegeln ihre Halter ziemlich genau wieder. Sowohl optisch als auch charakterlich.